Die Italiener – Der Leica camera Blog

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Die Fotografie ist ein Teil von Luc Kordas’ Leben, sie ist Teil dessen, was ihn ausmacht. Als begeisterter Reisender streifte er zunächst drei Monate durch Süditalien, später auch durch nördlichere Gefilde. Unterwegs fotografierte er mit der Leica M (Typ 240) Straßenszenen, Fischer, Angler, Liebende und das immer in Bewegung befindliche Meer. Intuitiv, authentisch und frei von jeglichem Klischee.

In den hier gezeigten Arbeiten dokumentieren Sie den Alltag in Italien …
Meine Italienreise begann im Sommer 2021. Los ging es Ende August in Palermo auf Sizilien. Nach einem kurzen Trip rund um die Insel machte ich Halt in der wunderschönen Barockstadt Scicli, in der ich einen ganzen Monat verbrachte. Im Oktober ging es weiter ins verregnete Syrakus. Von Sizilien führte mich mein Weg in Richtung Norden in meine italienische Lieblingsstadt Neapel, dann über Rom und Florenz in ein ruhiges Bergstädtchen in der Toskana, wo ich den November verbrachte. In diesem Vierteljahr erlebte ich extrem heiße Tage an sizilianischen Stränden, Überschwemmungen in der Altstadt von Syrakus und verschneite Tage in einem dominikanischen Kloster, versteckt gelegen in einem toskanischen Nationalpark. Was für eine Bandbreite!

Ist es nicht schwer, Klischees zu vermeiden, besonders in Italien?
Nicht für mich. Ich habe eine Abneigung gegen Postkartenklischees. Wenn ich eines sehe, genieße und schätze ich es vielleicht, aber ich mache kein Foto davon. Es sei denn, es ergäbe sich ein kreativer Blickwinkel, etwas, das die Szene zu meiner machte.

Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Projekt gekommen?
Ich bezeichne es nicht als Projekt, sondern als ein weiteres Kapitel in meinem Leben. Fotografie ist ein Teil meines Alltags, besonders wenn ich auf Reisen bin – und ich reise oft. Ich bin nach Sizilien geflogen, weil ich schon immer den Süden Italiens erleben wollte, besonders diese wunderschöne Insel. Ich hatte weder einen Plan noch ein Zeitlimit. Ich fotografierte einfach alles, was mich anzog. Das Besondere an diesen Aufnahmen ist, dass ich mit der Leica fotografiert habe, die ich mir für diese Reise gekauft hatte. Ich war meiner alten Kameras überdrüssig geworden, die mich nicht mehr herausforderten. Ich hoffte, eine Messsucherkamera brächte Kreativität und Freude in den Prozess zurück und so war es auch. Als ich nach einigen ernsthaften Irrungen und Wirrungen im italienischen Postsystem Anfang Oktober letzten Jahres endlich die Kamera bekam, ging ich sofort raus und begann in den Straßen von Syrakus zu fotografieren. Meine fotografischen Lieblingsgenres sind Street und Travel, also war das Fotografieren italienischer Städte einfach ein Teil meiner täglichen Routine, aber jetzt, da ich eine neue Kamera hatte, war ich gezwungen, langsamer zu werden, zu lernen und mich anzupassen. Die Leica hat meinen Stil und auch die Art und Weise, wie ich fotografiere, ein wenig verändert.

Welche Leica haben Sie benutzt?
Eine Leica M (Typ 240) mit 35-mm- und 50-mm-Objektiven. Die Leica M (Typ 240) ist ein älteres Modell, das 2012 auf den Markt kam. Gegenüber einer DSLR war es technisch betrachtet ein Rückschritt, aber das bedeutet nichts Schlechtes. Es brachte mich dazu, langsamer zu werden und mehr über die Bilder nachzudenken. Es hat auch meinen Stil ein wenig verändert. Ich konnte nicht so schnell wie gewohnt fokussieren und bei extrem schlechten Lichtverhältnissen auch mal gar nicht fotografieren, aber das sehe ich als Teil der Erfahrung. Was ich an dieser Kamera liebe, ist das analoge Gefühl, das sie mir vermittelt. Für mich war es sehr wichtig, durch einen optischen Sucher zu fotografieren – und zwar durch einen Messsucher. Das ist so viel angenehmer, weil ich mich dadurch direkt mit der Szene verbunden fühle. Ich kann nicht durch elektronische Sucher fotografieren, es fühlt sich einfach nicht richtig an.

Als Sie die Menschen fotografiert haben, wie haben sie reagiert?
Ich glaube, einige waren überrascht. Ein bisschen mehr als in New York, wo die Leute an Street Photographer gewöhnt sind. Es gibt Regionen auf der Welt, in denen es schwieriger ist zu fotografieren. Aber in Metropolen wie Rom, Florenz oder Neapel bin ich nur ein weiterer Tourist mit einer Kamera.

In Ihrem Portfolio finden sich sowohl Schwarzweiß- als auch Farbfotografien. Wie entscheiden Sie sich für das eine oder das andere?
Ich fotografiere in Farbe. Ich konvertiere ein Bild in Schwarzweiß, wenn ich glaube, dass das gut aussieht. So einfach ist das. Es hat hauptsächlich mit dem Licht und der Komposition zu tun, bestimmte Bilder sind in Schwarzweiß stärker, andere werden monochrom niemals funktionieren. Wenn ich mir ein Bild anschaue, weiß ich sofort, ob es in Schwarzweiß funktioniert oder nicht. Was den Stil und die Herangehensweise bei diesen Aufnahmen in Italien angeht, glaube ich nicht, dass ich den Menschen sehr nahegekommen bin, jedenfalls nicht nah genug. Wenn Sie meine New Yorker Arbeiten betrachten, sehen Sie, dass ich dort viel näher dran bin. In Italien fühlte ich mich beim Fotografieren von Menschen nicht so wohl wie bei einem Heimspiel in New York, das sieht man. Ein bisschen lag es auch daran, dass ich noch übte, mit einer Messsucherkamera mit manuellem Fokus zu arbeiten. Oft war ich nicht schnell genug, um aus nächster Nähe zu fokussieren und zu fotografieren, ich brauchte mehr Zeit und Raum.

An welchem Punkt in Ihrem Leben haben Sie sich entschlossen, professioneller Fotograf zu werden?
Das war nicht einfach, es brauchte Zeit, Beharrlichkeit und Ausdauer. Es ging mit meinem Entschluss einher, nach New York zu ziehen. Nachdem ich schon zweimal dort gewesen war, hatte ich das Bauchgefühl, dass New York der Ort wäre, den Sprung zu wagen, denn dort hatte ich meine beste Arbeit geleistet.

Wie beschreiben Sie Ihren fotografischen Ansatz?
Kurz gesagt, drücke ich auf den Auslöser, wenn ich das Gefühl habe, ich sollte es tun.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Fotografie ist …
… ein Teil dessen, was ich bin.

Luc Kordas ist in New York zu Hause, aber oft in Europa unterwegs. Sein Thema sind die zeitlosen Momente des Alltags. Vielseitig in Farbe und Schwarzweiß, wählt er oft Letzteres für seine dokumentarischen Arbeiten, Monochrom ist für ihn das mächtigere Ausdrucksmittel. Als begeisterter Reisender ist er ständig unterwegs und oft verschmelzen seine liebsten fotografischen Genres – Street, Dokumentar-, Porträt- und Reisefotografie – miteinander. Erfahren Sie mehr über die Fotografie von Luc Kordas auf seiner Website und in seinem Instagram-Kanal.

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